Wiesengrund

Ortsteil Gahry (Gari)
Der Ortsteil Gahry ist 562 Hektar groß und zirka zehn Kilometer von Forst entfernt. Das ehemalige Rittergut wurde im Jahre 1507 erstmals in einer Urkunde erwähnt, die als Kopie in der Heimatstube  (im Schloss) ausgestellt ist. Nach wechselvoller Geschichte und Zweistaatlichkeit – drei Teile gehörten bis 1815 zu Sachsen und ein Teil zu Preußen – wurde im Jahre 1928 der bestehende Gutsbesitz aufgelöst und der Gemeinde unterstellt.

Das unter Denkmalschutz stehende, aus dem 18./19. Jahrhundert stammende Schloss erstrahlte  nach aufwändiger Sanierung in den Jahren 2003/04 in neuem Glanz. Architektonisch besonders reizvoll ist die Außenfassade mit den wieder sichtbaren historischen Details einschließlich der besonders gestalteten Fenster und Türen. Die Räume des Erdgeschosses werden öffentlich, auch für Hochzeiten, genutzt. In den darüber liegenden Etagen befinden sich fünf Wohnungen. Durch den angrenzenden Schlossteich bietet sich dem Betrachter ein romantischer Anblick. Die in Teilen erhaltene Feldsteingutsmauer zeigt die handwerklichen Geschicke längst vergangener Zeiten.

 

Gahryer Schloss mit Schlossteich

Gahryer Schloss mit Schlossteich


Neben dem Schloss befindet sich ein Sportplatz, regelmäßiger Austragungsort der Heimspiele des SV „Blau-Gelb“ Gahry. Ein Spielplatz wird von Kindern rege genutzt. Die Freiwillige Feuerwehr von Gahry (gegründet 1925) begeht im Jahr 2015 ihr 90-jähriges Bestehen. Die Umgebung von Gahry ist sehr idyllisch, viel Wald und Feld sorgen für ein angenehmes Wohnklima und Erholung.

Ortsteil Gosda (Gózdź) mit Dubrau (Dubrawa) und Klinge (Klinka)
Gosda wurde um 1400 erstmals urkundlich erwähnt. Der aus dem altsorbischen „godz“ abgeleitete Ortsname bedeutet „trockener Wald“. 1920 wurde in Gosda die Feuerwehr gegründet. Das ehemalige Gutshaus beherbergt heute eine Kindertagesstätte.

Aufmerksamkeit erweckt in Gosda ein kleiner Kirchturm, eine Nachbildung des Glockenturmes der ehemaligen Klinger Kirche. Nach über 15 Jahren ertönte 1996 die Klinger Kirchglocke erstmals wieder. Sehenswert ist das Dorfgemeinschaftshaus im alten Schafstall. Der Saal wird gern für Feste und Feiern genutzt. Gleichermaßen fungiert er als Informationscenter über die nachbergbauliche Entwicklung.

Die urkundliche Ersterwähnung von Klinge geht auf das Jahr 1389 zurück. Der Name ist vermutlich vom sorbischen „gliwa“ abgeleitet, was Lehmgrube bedeutet und auf die reichen Lehmvorkommen der Umgebung hindeutet, welche im Freiluftmuseum „Zeitsprung“ zu erkunden sind. Dieses wurde im Mai 2008 auf dem an das Eem-Vorkommen angrenzenden Areal eröffnet - ein Feuchtbiotop.

 

Verschiedene Schautafeln und ein Schutzgebäude sind entstanden, in welchem derzeit ein Mammutbaby-Nachbau die Besucher begrüßt. Das Freilichtmuseum befindet sich in unmittelbarer Nähe des in der Flutung befindlichen zukünftigen Klinger Sees – einem Tagebaurestloch. Hier soll ein naturreiches Naherholungsgebiet entstehen, das seine Anziehungskraft aus verschiedenartigen Angeboten entwickeln soll. Der Heimatverein Klinge e.V. und die Interessengemeinschaft Klinger See e.V. bemühen sich intensiv um diese Entwicklung. Direkt am Klinger See finden Sie den Fußballplatzplatz des SV Adler Klinge, das Raubrittertor, den Nachbau eines Hügelgrabes sowie einen kleinen Aussichtsturm auf den Klinger See.

Deutschlandweit bekannt wurde Klinge bereits 1903 durch den Fund eines Mammuts, das heute als originalgetreue Nachbildung im Forster Kreishaus zu sehen ist und auch durch die Landung des Amerikaners Chamberlain am 05. Juni 1927 in der Nähe des Ortes nach dem zweiten Ozeanüberflug.

 

Raubrittertor und kleiner Aussichtsturm am Klinger See

 Raubrittertor und kleiner Aussichtsturm am Klinger See


Im Jahre 1293 wurde Dubrau (ursprünglich „Adlig-Dubrau“), was so viel wie „Eichenwald“ bedeutet, erstmals erwähnt. Bis Ende des 14. Jahrhunderts hatte hier der Erzpriester seinen Sitz. In der Folgezeit entwickelte sich der Ort zu einem kleinen Gutsdorf. Die herrliche Eichenallee mit den beiden Dorfteichen und die historische Bausubstanz verleihen dem Ort ein prägendes Aussehen. Erwähnenswert ist die Dubrauer Kirche, ein einfacher Fachwerkbau auf Feldsteinsockel mit abgewalmtem Satteldach, die 1818 anstelle einer 1610 erbauten Holzkirche errichtet wurde.

 

Dubrauer Kirche

 Dubrauer Kirche


Ortsteil Jethe (Jaty)  mit Smarso (Smaržow)
Die erste urkundliche Erwähnung von Jethe als Vasallengut der Herrschaft Forst geht auf das Jahr 1555 zurück. Hier gab es einst ein Rittergut mit einem Herrenhaus, heute nur noch eine kaum zu findende Ruine. 1950 wurde der Ort Smarso – erstmalig 1529 urkundlich erwähnt – in Jethe eingemeindet. Der ursprünglichen Siedlungsform nach war Smarso ein Rundling, der in einen Torfstich hineingebaut wurde und somit den dort wohnenden Menschen Schutz und Sicherheit gab. Zur Zeit der Ersterwähnung stand in Smarso eine kleine hölzerne Kirche. 1937 erfolgte die Umbenennung in „Rodetal“. Dadurch sollte der sorbische Ursprung des Ortes verdeckt werden. 1945 bekam Smarso seinen alten Namen wieder.

 

Gemeindezentrum und Freiwillige Feuerwehr (im Hintergrund) in Jethe

 Gemeindezentrum und Freiwillige Feuerwehr (im Hintergrund) in Jethe


Ortsteil Mattendorf  (Matyjojce)
Mattendorf trat zufallsbedingt in das Licht der Geschichte.  Am 19. Oktober 1500 leisteten Pop und Baltzer von Köckeritz, Besitzer des Rittergutes zu Trebendorf-Mattendorf, dem brandenburgischen Kurfürsten Joachim I. in Cottbus den Lehnseid. Das Dorf ist geprägt durch Wohnhäuser aus dem Lausitzer gelben Klinker, der in der Ziegelei im Nachbardorf Klein Kölzig hergestellt wurde. Auch die alte Schule (erbaut 1907), die heute als Gemeindezentrum genutzt wird, die Bäckerei und der alte Kolonialwarenladen sind aus diesen Klinkern erbaut worden.

Dem Erhalt der dörflichen Tradition und des Brauchtums in Mattendorf widmen sich heute der Radfahr-Club RC-Stern 1904 e.V. und die Freiwillige Feuerwehr (gegründet 1933). Im Jahr 2001 konnte die Freiwillige Feuerwehr ihr neues Domizil, das aus dem leer stehenden Lebensmittel-Konsum umgebaut wurde, in Besitz nehmen. In Mattendorf steht den Bewohnern des Ortes ein großer Sport- und Spielplatz mit Beachvolleyballplatz zur Verfügung. Ein weiterer Publikumsmagnet ist die Kachelmann-Wetterstation des „Wetter-Ost“ e.V. mit dem Wetterlehrpfad, die nach Terminabsprache besucht werden kann.

 

Ehemaliger Kolonialwarenladen und Blick in die Schulstraße in Mattendorf

 Ehemaliger Kolonialwarenladen und Blick in die Schulstraße in Mattendorf


Ortsteil Trebendorf (Trjebejce)
Am 19. Oktober 1500 wurde Trebendorf, heute im Kern ein Straßendorf, das im nördlichen und nordöstlichen Teil Ansätze von Streusiedlungen aufweist, erstmalig erwähnt. Die großen und interessanten alten dörflichen Hofanlagen sind hauptsächlich an der Durchgangsstraße konzentriert.

Das Gutshaus und die ehemaligen baulichen Anlagen des Gutshofes sowie die Schneide- und Getreidemühle sind größtenteils noch vorhanden. In der ehemaligen Schule von Trebendorf befindet sich heute die Kindertagesstätte. Die ehemalige Kaufhalle wurde zum Gemeindezentrum umgebaut und dient auch der Freiwilligen Feuerwehr als Domizil. Das nur wenige Schritte vom Gemeindezentrum entfernte alte Gerätehaus wurde nach Rekonstruktion und Umbau der aktiven Jugendfeuerwehr zur Nutzung übergeben. Das ehemalige Gutshaus – ein mehrgeschossiger Putzbau mit zahlreichen Ergänzungsbauten aus dem 19. Jahrhundert – war ursprünglich von einem Wassergraben umgeben. Heute steht es zum Verkauf. Die Heimatstube und der weitläufige Park mit dem Mühlenteich zwischen Trebendorf, Gahry und Mattendorf sind einige touristische Anziehungspunkte.

 

Zulauf zum Mühlenteich im Trebendorfer Park

 Zulauf zum Mühlenteich im Trebendorfer Park