Neiße-Malxetal

Ortsteil Groß Kölzig
Groß Kölzig blickt auf eine über 600-jährige Geschichte zurück. „Kolcig“ wurde erstmals 1346 urkundlich erwähnt. Die historische Dorfform, sorbisch/wendische Flurnamen und Ortsbezeichnungen weisen darauf hin, dass der Ort bereits lange vor seiner Ersterwähnung als Runddorf angelegt wurde. Diese Siedlungsform ist heute noch am Dorfplatz, dem ursprünglichen Ortskern, gut erkennbar. Mitten auf dem Dorfplatz, gegenüber der Heimatstube, steht eine über 500 Jahre alte Prangerlinde. Durch ihre einzigartige krumme Form fällt sie sofort ins Auge. Ein Wahrzeichen ist die denkmalgeschützte Sankt Marienkirche, die vermutlich im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Anbauten stammen aus dem 17./18. Jahrhundert. Geschichtliches, Aktuelles und Kulturelles kann man in der Heimatstube und in der Kirche finden. Die Ausstellung in der Heimatstube vermittelt Einblicke in die Groß Kölziger Schulgeschichte. Des Weiteren wird die Entwicklung der Landwirtschaft, des Bergbaus und der Glasindustrie gezeigt.

 

Dorfplatz mit Prangerlinde, die derzeitige Heimatstube und Blick auf die ev. Kirche

Dorfplatz mit Prangerlinde, die derzeitige Heimatstube und Blick auf die ev. Kirche


Das ehemalige Freibad wurde aufwändig zu einem Naturschwimmbad umgebaut und 2006 neueröffnet. Zahlreiche Ergänzungen, wie z.B. ein Abenteuerspielplatz, Bistro im Außenbereich, Beachvolleyballplatz, runden das Gesamtangebot ab.

Stolz ist die Gemeinde nicht nur auf den Erhalt der Schule, die in freier Trägerschaft als evangelische Grundschule seit 2004 betrieben wird und ein sehr interessantes Schulkonzept bietet. Der Gemeinde erschließt sich damit in der Kinderbetreuung ein Grundkonzept, das die Betreuung ab dem ersten Lebensjahr (Kita „Hayasche“) bis zum Abschluss der Grundschule beinhaltet (Evangelische Grundschule und Hort „Rappelkiste“).

Mit der polnischen Partnergemeinde Trzebiel finden regelmäßige Treffen statt, ob zu Feuerwehrjubiläen, zum Karneval oder zu den Dorffesten. Freizeitgestaltungsmöglichkeiten werden durch zahlreiche Vereine wie Feuerwehr, TSV 1903 – Fußball und Kegeln –, Hundesportverein und Anglerverein angeboten. Zwei Reiterhöfe bieten Möglichkeiten der Freizeitbetätigung zu Pferd. Im Bruchmühlengelände – Landschaftsschutzgebiet und beliebtes Ausflugsziel zugleich – kann wie auch in anderen umliegenden Gewässern geangelt werden.

Ortsteil Jerischke
Jerischke mit seinen Gemeindeteilen Teichhäuser, Pusack, Zelz und Bahren ist flächenmäßig der größte Ort im Amtsgebiet mit den territorialen Grenzen im Süden zum Freistaat Sachsen, im Osten an die Republik Polen und im Norden an die Stadt Forst (Lausitz). 1532 wurde Jerischke als Jerischkow erstmals urkundlich erwähnt. Es war ursprünglich ein Vasallengut der Herrschaft Forst-Pförten. Noch bis 1928 wurde der Ort in Dorf und Rittergut unterteilt. Sehenswert ist das Gutshaus aus dem 18. Jahrhundert mit angrenzendem Park. Ein Besuch des 2004 eröffneten Informationszentrums „Muskauer Faltenbogen“ vermittelt mehr Informationen zu diesem Thema. Es befindet sich auf dem Gelände des überregional bekannten Landschulheimes. Von dort aus zu sehen ist der Weinberg Wolfshügel der Familie Marbach, welcher im Jahr 2008 bepflanzt wurde. Der Weinberg in idyllischer Lage liefert sehr gute, natürlich ausgebaute Weine.

Die Ersterwähnung von Zelz datiert auf das Jahr 1513. Durch die im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges bedingte Neuziehung der Grenze zu Polen wurde der Ort getrennt. Der Hauptteil von Zelz liegt als „Siedlec“ jenseits der Neiße. An dieser Stelle ist nach mehr als 60 Jahren die Errichtung des Brückenbauwerkes – die Neißetalbrücke – realisiert worden, mit dessen Fertigstellung im Jahr 2008 wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung der Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Trzebiel und für den grenzüberschreitenden Tourismus entstanden sind. Das deutsch-polnische Brückenfest findet wechselweise auf deutscher und polnischer Seite jährlich am 2. Samstag im September statt, und wird immer beliebter.
 

Neißetalbrücke in Zelz

 Neißetalbrücke in Zelz

 

Auch die Wohnteile Pusack und Bahren haben eine wechselvolle und interessante Geschichte und allen ist eines gemeinsam: die Zugehörigkeit zu einer der landschaftlich schönsten Gegenden des gesamten Amtsgebietes. Naturschutzgebiete mit ausgedehnten Vorkommen an Fichten, Weißtannen, Rotbuchen, Erlen, Eichen, Eschen, Stieleichen-Hainbuchenwald u.a. sowie viele Flächennaturdenkmale kennzeichnen das Gebiet, dessen Einzigartigkeit durch die letzte große Eiszeit geprägt wurde.


Mit dem Rad die Neiße entlang, als Wanderer auf den Lissberg (154 Meter über NN) oder durch die Wolfsschlucht, welche ins Neißetal am NSG Schwarze Grube führt, Rast auf einem der Ziegenhöfe oder auch eine exklusive Kutschfahrt auf dem Fürst-Pückler-Kutschweg, all das bietet Jerischke seinen Besuchern.

Ortsteil Jocksdorf
Den Aufzeichnungen zufolge wurde Jocksdorf um 1487 ersterwähnt, dürfte jedoch viel älter sein. Nach Funden aus der jüngsten Stein- und Bronzezeit war die Gegend schon relativ früh besiedelt. Jocksdorf war ein Vasallengut des Adelshauses von Bieberstein, später gehörte es dem Adelshaus von Kracht. Von seiner Struktur her ist der in landschaftlich idyllischer Umgebung gelegene Ort ein Straßendorf, am Waldrand und am Lauf der Malxe gelegen. Auf dem Weg in Richtung Groß Schacksdorf kommt der Besucher zum Affenzoo Jocksdorf e. V. mit Dschungelimbiss. Hier sind seit 1990 Affen, Agutis, Land- und Sumpfschildkröten, ein sprechender Beo, aber auch Goldfasane, Meerschweinchen, Wellensittiche und Goldfische zu Hause.

 

Affengehege und Dschungelimbiss in Jocksdorf

Affengehege und Dschungelimbiss in Jocksdorf


Ortsteil Klein Kölzig
Klein Kölzig, ein typisches Straßendorf mit gut erhaltener Dorfstruktur, wurde erstmals um 1487 erwähnt. Über Jahrhunderte war die Landwirtschaft prägend. Am Rande des Muskauer Faltenbogens gelegen, ist die Entwicklung des Ortes eng mit einer über 70-jährigen Bergbaugeschichte verbunden. Neben Braunkohle wurde in der Vergangenheit auch Ton abgebaut. Wegen des erhöhten Bedarfs an Ziegeln infolge zunehmender Industrialisierung entstanden aus kleinen Feldziegeleien große Dampfziegeleien.

Auf dem Gelände der Alten Ziegelei Klein Kölzig befindet sich der Klein Kölziger Ziegeleibahn e.V., der im Jahr 2008 gegründet wurde. Die Alte Ziegelei, dessen Kernstück ein Ringofen mit 18 Brennkammern ist, beherbergt den „Heimatspeicher“ mit heimatkundlichen Sammlungen aus und um Klein Kölzig. Führungen durch das Objekt bieten Einblicke in die durch schwere Handarbeit gezeichneten Produktionsabläufe. Eine Feldbahnfahrt auf dem ersten fertig gestellten Teilabschnitt ist für Groß und Klein eine Freude. Viel Zuspruch finden die jährlichen Veranstaltungen, wie das Geoparkwochenende am Wochenende nach Himmelfahrt oder der Weihnachtsmarkt am Samstag vor dem 3. Advent.

 

Feldbahn vor der Alten Ziegelei Klein Kölzig

Feldbahn vor der Alten Ziegelei Klein Kölzig

 

Das einstige Gutshaus – ein zwei­geschossiger verputzter Backsteinbau, erbaut im 17./18. Jahrhundert – beherbergt heute drei Wohnungen und den Karnevalsverein. Im angrenzenden Park finden die jährlichen Dorffeste statt. Bunt und laut wird es zur fünften Jahreszeit, dann feiern traditionell die Narren des Klein Kölziger Karnevalsvereins im Gasthaus „Zur Dorflinde“ in Groß Kölzig in gemütlicher Runde.

Ortsteil Preschen
Zu Preschen gehören die Gemeindeteile Raden (seit 1939) und Gosda II (seit 1973). Von Döbern kommend erreicht man zuerst Gosda und dann Preschen. An der Wegstrecke befindet sich ein Gedenkstein, der an den gefallenen Schriftsteller Hermann Löns erinnert. Das Gebiet um Preschen ist durch eine mannigfaltige Pflanzenwelt geprägt. Umfangreiche Flächen wurden unter Naturschutz gestellt. Beispielhaft ist der „Preschener Mühlbusch“ mit seinen eisenhaltigen Quellen und zahlreichen Vogel- und Wildarten – ein beliebtes Wanderziel.

Sehenswert ist die Kirche, welcher ein unverputzter Feldsteinbau mit Satteldach aus dem 14./15. Jahrhundert ist. Etwas Besonderes ist der hölzerne Glockenturm von 1830, dieser steht separat und beherbergt noch heute eine Glocke.

 

Ev. Feldsteinkirche in Preschen

Ev. Feldsteinkirche in Preschen


Wanderwege führen nach Raden mit dem interessanten Naturdenkmal „Radener Berge“ und dem ältesten Wohnhaus der Gegend, dem „Felsenkeller“. Die Jahreszahl am Findlingsbau mit altem Backhaus weist auf das wahrscheinliche Baujahr 1440 hin. Interessant ist im Gemeindeteil Gosda II der „kleine Feuerwehrlehrpfad“.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.neisse-malxetal.de