Der Muskauer Faltenbogen

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An der Ziegelei 1
Geschäftsstelle Geopark Muskauer Faltenbogen
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Homepage: www.muskauer-faltenbogen.de

Vor etwa 340 00 Jahren während der Elster-Eiszeit war das nördliche Mitteleuropa von Inlandeis überdeckt. An ihrem Südrand bei Bad Muskau brach eine Eiszunge – der Muskauer Gletscher - hervor, die 20 km lang, 20 km breit und etwa 400 bis 500 m dick war. Durch seine gewaltige Last verformte der Gletscher seinen Untergrund. Er hat ihn ähnlich wie ein Fußabdruck zerdrückt, zerbrochen, gefaltet und ein Stück vor sich hergeschoben. Vor dem Eisrand bildete sich ein mächtiger Wall, der als Stauchendmoräne bezeichnet wird. Aus der Abbildung ist ersichtlich, dass die Stauchendmoräne die Form eines nach Norden offenen Hufeisens hat. Seit 1928 ist der Name Muskauer Faltenbogen gebräuchlich.

 

Der Muskauer Faltenbogen erstreckt sich über das Gebiet  des Amtes Döbern-Land im Brandenburgischen, sein Scheitel liegt im Sächsischen (Weißwasser) und der östliche Schenkel des Bogens in der Wojewodschaft  Lubuskie (Lebuser Land, Trebiel, Tuplice) in Polen. Sein Hinterland bildet das Bahrener Becken, heute das größte zusammenhängende Waldgebiet in Brandenburg. Durch die späteren Eisbewegungen wurde der Faltenbogen stark eingeebnet, so dass von der ursprünglich 130 bis 180 m – über der heutigen Geländeoberfläche - hohen Stauchendmoräne nur noch ein relativ flaches Relief übrig geblieben ist. In Folge dessen lagen die Rohstoffe Sand (Glassand, Baukies), Ton (Ziegeltone, keramische Tone)  und Braunkohle in unmittelbarer  Nähe der Erdoberfläche und konnten durch den Menschen verhältnismäßig einfach genutzt werden.

Der Muskauer Faltenbogen ist eine charakteristische, durch die geologischen Besonderheiten bedingte Bergbaufolge- und Kulturlandschaft, die ihre wesentliche Prägung in der etwa 130 Jahre währenden standort- und rohstoffgebundenen Industrieentwicklung zwischen 1840 und 1970 erfahren hat. Heute wird der Muskauer Faltenbogen als eine sehr gewässerreiche Altbergbaulandschaft und als ein Naturraum mit einer bedeutenden ökologischen Vielfalt wahrgenommen.
 

Sowohl Anwohner als auch Besucher der Region können die geologischen Erscheinungsformen wie Findlinge,  Restseen in ihren unterschiedlichen Färbungen, Gieser, Moore u.a. zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Die thematischen Radtouren Geologietour, Altbergbautour, Glastour und Jerischker Endmoräne-/Neißetal-Tour, alle auf dem Territorium des Amtes Döbern-Land, geben auf zahlreichen Informationstafeln entlang der Route Auskunft über Wissenswertes und Interessantes sowie zur Geschichte und Entwicklung der Region.

Empfehlenswerte Anlaufstellen, um die Region und ihre Menschen kennenzulernen, sind z.B. die Heimatstube Groß Kölzig, der Aussichtsturm am Felixsee oder das Geopark-Informationszentrum im Landschulheim in Jerischke. Dort sind auch Broschüren zur Geologie des Muskauer Faltenbogens und Flyer zu den o.g. Radtouren vorrätig.