Wiesengrund



Die Gemeinde Wiesengrund besteht aus den Ortsteilen Gahry, Gosda, Jethe, Mattendorf und Trebendorf.


OT Gahry

Die Gemarkung Gahry ist 562 ha groß und ca. 10 km von Forst entfernt. Das ehemalige Rittergut wurde im Jahre 1389 erstmals in einer Urkunde als „Gor“ genannt. Heute wird der Ortsname allgemein als „Brandstelle“ gedeutet.

Nach wechselvoller Geschichte und Zweistaatlichkeit - drei Teile gehörten bis 1815 zu Sachsen und ein Teil zu Preußen - wurde im Jahre 1928 der bestehende Gutsbesitz aufgelöst und der Gemeinde unterstellt. 1953 schlossen sich die kleinen Landwirtschaftsbetriebe zu einer LPG zusammen. Gahry entwickelte sich fortan zu einem Zentrum der landwirtschaftlichen Produktion. Ein agrargenossenschaftlicher Betrieb besteht heute noch. Die angegliederte Landfleischerei zählt viele Stammkunden.

Das unter Denkmalschutz stehende, aus dem 18./19. Jahrhundert stammende Schloss erstrahlte nach aufwändiger Sanierung in den Jahren 2003/04 in neuem Glanz. Besonders stolz ist die Gemeinde auf die Außenfassade mit den wieder entstandenen historischen Details einschließlich der Fenster und Türen. Die Räume des Erdgeschosses werden öffentlich genutzt. In den darüber liegenden Etagen befinden sich fünf Wohnungen. Durch den angrenzenden Schlossteich bietet sich dem Betrachter ein romantischer Anblick. Die in Teilen erhaltene Feldsteingutsmauer zeigt die handwerklichen Geschicke längst vergangener Zeiten.
Neben dem Schloss befindet sich ein Sportplatz, regelmäßiger Austragungsort der Heimspiele des SV „Blau-Gelb“ Gahry. Ein Spielplatz wird von Kindern rege genutzt. Die Freiwillige Feuerwehr von Gahry (gegründet 1925) blickt auf ihr 80-jähriges Bestehen zurück. Die Umgebung von Gahry ist sehr idyllisch, viel Wald und Feld sorgen für ein angenehmes Wohnklima und Erholung.



OT Gosda

Gosda wurde um 1400 erstmals urkundlich erwähnt. Der aus dem altsorbischen „godz“ abgeleitete Ortsname bedeutet „trockener Wald“. Der Ortsteil mit seinen Gemeindeteilen Klinge und Dubrau ist ca. 2.272 ha groß und liegt an der nördlichen Grenze des Amtsgebietes. Forst und Cottbus sind ca. 7 bzw.  15 km entfernt.

Die urkundliche Ersterwähnung von Klinge geht auf das Jahr 1389 zurück. Der Name ist vermutlich vom sorbischen „gliwa“ abgeleitet, was Lehmgrube bedeutet und auf die reichen Lehmvorkommen der Umgebung hindeutet. Bekannt wurde Klinge durch die Landung Chamberlains in der Nähe des Ortes nach dem zweiten Ozeanüberflug und durch den Fund eines Mammuts, das heute als originalgetreue Nachbildung  im Forster Kreishaus zu sehen ist. 1980 fiel Klinge bis auf den erhaltenen Teil am Bahnhof der Devastierung für den Kohleabbau zum Opfer.

Mit der Aufhebung der bergbaulichen Unterschutzstellung im Jahr 1990 hat sich Gosda rasch entwickelt. Die durch jahrelange Bausperre entstandenen Defizite konnten schnell aufgeholt werden. Aufmerksamkeit erweckt in Gosda ein kleiner Kirchturm, eine Nachbildung des Turmschachtes der ehemaligen Klinger Kirche. Nach über 15 Jahren ertönte 1996 die Klinger Kirchglocke erstmals wieder. Sehenswert ist das Dorfgemeinschaftshaus im alten Schafstall. Der Saal wird gern für Feste und Feiern genutzt. Gleichermaßen fungiert er als Informationscenter über die nachbergbauliche Entwicklung. Im Außenbereich dient ein Fahrradunterstand als Ausgangspunkt für ausgedehnte Radtouren. 1920 wurde in Gosda die Feuerwehr gegründet, die ein wichtiger Bestandteil der dörflichen Gemeinschaft ist. Das ehemalige Gutshaus beherbergt heute eine Kindertagesstätte.

Vor allem touristisch wird sich Gosda im Laufe der nächsten Jahre weiter entwickeln. Mit der Flutung des Klinger Sees – einem Tagebaurestloch – entsteht ein naturreiches Naherholungsgebiet, dass seine Anziehungskraft aus verschiedenartigen Angeboten entwickeln soll, zu denen u. a. eine Erinnerungsstätte
für die Ortschaft Klinge zählt. Ein Badestrand und ein Campingplatz sind ebenfalls geplant. Der Heimatverein Klinge e.V. und die Interessengemeinschaft Klinger See e.V. bemühen sich intensiv um diese Entwicklung. Das Freilichtmuseum „Zeitsprung“ konnte bereits im Jahr 2008 eröffnet werden.

Im Jahre 1293 wurde Dubrau (ursprünglich „Adlig-Dubrau“), was soviel wie „Eichenwald“ bedeutet, erstmals erwähnt. Bis Ende des 14. Jahrhunderts hatte hier der Erzpriester seinen Sitz. In der Folgezeit entwickelte sich der Ort zu einem kleinen Gutsdorf. In den letzten Jahrzehnten entstand auf dem Gelände des ehemaligen Gutes ein Agrarbetrieb. Die Eichenallee mit den beiden Dorfteichen und die historische Bausubstanz verleihen dem Ort ein prägendes Aussehen. Erwähnenswert ist die Dubrauer Kirche, ein einfacher Fachwerkbau auf Feldsteinsockel mit abgewalmtem Satteldach, die 1818 anstelle einer 1610 erbauten Holzkirche errichtet wurde. In den letzten Jahren hat sich in Dubrau der Reit- und Fahrverein „Adlig-Dubrau e.V.“ gegründet. An der B 122 steht ein Preußischer Meilenstein, XIX Meilen bis Berlin.


OT Jethe

Die erste urkundliche Erwähnung von Jethe als Vasallengut der Herrschaft Forst geht auf das Jahr 1555 zurück. Hier gab es einst ein Rittergut mit einem Herrenhaus, an das heute nur noch die Ruine im Park erinnert. Die in nordöstlicher Richtung gelegene Kiesgrube, heute ausschließlich als Rohstofflieferant für die Bauindustrie von Bedeutung, wird sich in weiterer Zukunft zu einem Naherholungsgebiet entwickeln.

1950 wurde der Ort Smarso – erstmalig 1529 urkundlich erwähnt - in Jethe eingemeindet. Der ursprünglichen Siedlungsform nach war Smarso ein Rundling, der in einen Torfstich hineingebaut wurde und somit den dort wohnenden Menschen Schutz und Sicherheit gab. Zur Zeit der Ersterwähnung stand in Smarso eine kleine hölzerne Kirche. 1937 erfolgte die Umbenennung in „Rodetal“. Dadurch sollte der sorbische Ursprung des Ortes verdeckt werden. 1945 bekam Smarso seinen alten Namen wieder zurück.


OT Mattendorf

1652 wurde Mattendorf erstmalig urkundlich erwähnt, der Ort kann aber auch älter sein. Die Umgebung des Ortes wird durch die für die Region typischen Kiefern- und Mischwälder geprägt.

Die Wetterstation Mattendorf wurde 1996 ins Leben gerufen, welche ehrenamtlich von Herrn Siegfried Kramer geleitet wird. Durch den Aus- und Umbau des Wetterlehrpfades, der in der Obhut des Vereins "wetter ost e.V." liegt, soll der touristische Schwerpunkt in Mattendorf weiter ausgebaut und noch attraktiver gestaltet werden. Ein Windrad ist bereits errichtet worden.

Im Jahr 2001 haben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr ihr neues Gerätehaus in Besitz genommen. Seit August 2005 steht ein neuer Sport- und Spielplatz mit Beachvolleyballplatz zur öffentlichen Nutzung  zur Verfügung, der gut angenommen wird. Auf eine lange Vereinstradition kann der RC-Stern 1904 e.V. verweisen. Die Vereinsfahne aus dem Jahre 1929 hat ein Bürger des Dorfes über die vielen Jahre hinweg aufbewahrt. Heute widmet sich der Verein wiederum dem Erhalt der dörflichen Traditionen und des Brauchtums in Mattendorf.


OT Trebendorf

Am 19. Oktober 1500 wurde Trebendorf, heute im Kern ein Straßendorf, das im nördlichen und nordöstlichen Teil Ansätze von Streusiedlungen aufweist, erstmalig erwähnt. Die großen und interessanten alten dörflichen Hofanlagen sind hauptsächlich an der Durchgangsstraße konzentriert. Das Gutshaus und die ehemaligen baulichen Anlagen des Gutshofes sowie die Schneide- und Getreidemühle sind größtenteils noch vorhanden und im Grundriss als gesondertes Ensemble gut erkennbar. In der ehemaligen Schule von Trebendorf befindet sich heute die Kindertagesstätte, in der ca. 55 Kinder umsorgt werden. Die ehemalige Kaufhalle wurde zum Gemeindezentrum umgebaut und dient auch der Freiwilligen Feuerwehr als Domizil. Das nur wenige Schritte vom Gemeindezentrum entfernte alte Gerätehaus wurde nach Rekonstruktion und Umbau der aktiven Jugendfeuerwehr zur Nutzung übergeben.

Das ehemalige Gutshaus - ein eingeschossiger Putzbau mit zahlreichen Ergänzungsbauten aus dem 19. Jh. - war ursprünglich von einem Wassergraben umgeben. Heute beherbergt es die Heimatstube mit umfangreichen Exponaten über die Geschichte Trebendorfs. Der weitläufige Park mit dem Mühlenteich und der sich anschließende Radweg vom Gutshaus in Richtung Gahry sind touristische Anziehungspunkte. Zu Trebendorf gehörte auch eine Schmiede, die um 1700 erbaut worden sein soll. 1976 musste sie wegen Baufälligkeit abgerissen werden, ein Amboss an dieser Stelle erinnert heute an die Schmiedezeit.

Für Radfahrer und Spaziergänger gleichermaßen sind weiterhin der Preußische Meilenstein „20 Meilen bis Berlin“ an der Fernverkehrsstraße in Richtung Döbern sowie die Landschaft um den Weschkenteich und Ziegeleiteich, etwa 2 km südwestlich von Trebendorf, sehenswert.