Tschernitz
Tschernitz liegt an der ehemaligen, von Westen nach Osten führenden Salzstraße. Das Dorf wurde im 30-jährigen Krieg stark verwüstet, 1633 brannte es halb ab, 1653 existierten nur noch drei Bauernstellen. 1829 wurde die Glashütte Tschernitz von Karl August Warmbrunn gegründet. Unter dem späteren Firmennamen „Warmbrunn, Quilitz & Co.“ erlangte sie Weltruf als eine der ältesten deutschen Glashütten mit der größten Erfahrung in der Medizinglasherherstellung von auserlesener Qualität. 1884 wurden in Tschernitz die ersten Glaskolben für Glühlampen hergestellt. Genau 100 Jahre später endete die Hohlglasproduktion, das Werk für Farbbildschirme nahm seine Produktion auf. Auch einige Dienstleistungseinrichtungen haben sich in Tschernitz angesiedelt. Die Palette reicht vom Allgemeinmediziner über einen Fleischer bis hin zu Kfz-Werkstätten. Viele Bewohner, gerade der älteren Generation, wissen das zu schätzen.
In der Gaststätte „Zum Glasmacher“ wird im November traditionell die Karnevalssaison eröffnet. Der Karnevalsclub TKC übernimmt die Organisation von vielen Veranstaltungen im Ort. Das Dorf-, Heimat- und Sportfest ist bei allen beliebt.
Sehenswert ist das Tschernitzer Schulgebäude, ein roter Backsteinbau. Die Schule wurde am 04. Juli 1907 eingeweiht. Sie ist das markanteste Gebäude im Ort und zeugt noch heute von einer erfolgreichen Schulgeschichte. Bis 2003 war die Schule kultureller Mittelpunkt des Ortes. Heute bietet das Gebäude ausgezeichnete Bedingungen für ein breit angelegtes Vereinsleben. Seit der Eröffnung des Gemeindezentrums hat der Heimatverein „Förenfließ e.V.“ ein neues Domizil gefunden, so hat die Sammlung historischer Gegenstände, Dokumentationen und Fotos aus längst vergessenen Tschernitzer Zeiten hier ihre Heimstatt gefunden und kann dem Besucher angemessen präsentiert werden. Die Jugendlichen treffen sich in einem komplett renovierten Jugendklub. Seit kurzer Zeit kann man das neu eingerichtete Fitnessstudio nutzen, ein geringer Monatsbeitrag sorgt für regen Zuspruch.
Die Sportvereinigung „Chemie“ Tschernitz spielt mit der Sektion Billard in der zweithöchsten Klasse. Eine Kegelbahn und ein Sportplatz mit Turnhalle stehen ganzjährig zur Verfügung. Tschernitz verfügt mit dem Badesee Lohnteich über ein Naherholungsgebiet. Nach dem Sprung ins kühle Nass, kann eine ca. 1 km lange Wanderung um den Teich in Angriff genommen werden. Tschernitz lockt mit einer landschaftlich reizvollen Gegend. Die angrenzenden Wälder, Teiche und Seen sorgen für Abwechslung. Nahe Ausflugsziele sind die Parkgemeinde Kromlau und der Muskauer Park.
OT Wolfshain
Wolfshain, im südöstlichsten Zipfel Brandenburgs unmittelbar an der Grenze zum Freistaat Sachsen gelegen und ca. 10 km von der polnischen Grenze entfernt hat derzeit 414 Einwohner. Die 562 ha umfassende Fläche ist zu mehr als die Hälfte bewaldet. Wolfshain ist eine wendische Ansiedlung die wahrscheinlich schon im 12. Jahrhundert angelegt wurde. 1497 wird der Ort erstmals urkundlich als Rittergut erwähnt. Das zweigeschossige Gutshaus stammt aus dem 17. Jahrhundert, es war der Wohnsitz der Familie von Poncet. Nordöstlich im Wald gelegen, befindet sich die nicht begehbare Erbbegräbnisstätte dieser Familie.
Im Jahr 2003 wurde Wolfshain in die Gemeinde Tschernitz eingegliedert. Der Ortsname bedeutet soviel wie Behausung zum Schutz vor Wölfen. Die sorbische Ortsbezeichnung „Sisej“ bedeutet Strauch, der den Namen Hunde- oder Schießbeere führt. Diese Sträucher waren in früherer Zeit in Wolfshain sehr verbreitet.
1843 wurde in Wolfshain die erste Braunkohlegrube Namens „Julius“ gegründet. Die geförderte Kohle wurde von der ansässigen Ziegelei und den umliegenden Glasbetrieben genutzt. Von großer Bedeutung für die Entwicklung des Dorfes waren 1847 der Bau der Chaussee von Spremberg nach Bad Muskau sowie die ehemalige Bahnlinie von Weißwasser nach Forst. Heute erstreckt sich ein moderner Glasbetrieb für technisches Glas über die Ortsteile Tschernitz und Wolfshain.
An der Durchgangstraße B156 liegend lädt die Gaststätte „Wolfshainer Hof“ ein. Hier werden die Gäste mit gutbürgerlicher Küche verwöhnt. Gegenüber dieser Gaststätte befindet sich eine Turn- und Mehrzweckhalle, in der sich regelmäßig die Vereinsmitglieder des Sportvereins und der weiteren Sportgruppen treffen. Neben der Sporthalle hat der Jugendclub sein Domizil bezogen. Er wurde 1977 gegründet und ist für die dörfliche Gemeinschaft von großer Bedeutung.
Die 1908 gegründete Feuerwehr war schon immer ein wichtiger Verein für Wolfshain. Regelmäßige Dienste und ständige Einsatzbereitschaft sind für die Feuerwehrmitglieder selbstverständlich. In freiwilligen Aufbaustunden entstand 1960 ein neues Gerätehaus. Im Jahr 2005 wurde am selbigen die Grundsanierung abgeschlossen. Für die Kleinsten gibt es im Ort eine modere Kindertagesstätte, dem Konzept nach ein Musikkindergarten, was bei Groß und Klein Anklang findet. Für kulturelle Abwechslung wird in Wolfshain ebenfalls gesorgt. Alljährlich findet am Ostersamstag das Osterfeuer statt. Die Dorfjugend und die Vereine sorgen für ein gutes Gelingen. Neben dem Osterfeuer ist das Maibaumstellen am Vorabend des 1. Mai ein wichtiges Ereignis im Dorf. Im Ort wird ebenfalls noch der sorbische Zamperbrauch gepflegt.
Die Natur bietet in Wolfshain genug Anreize für eine aktive Erholung. Es gibt schöne Biotope und zahlreiche Seen die viele Petrijünger zum Angeln einladen. Der nördliche Teil von Wolfshain ist überwiegend bewaldet, ein Paradies für Pilz- und Beerensucher. Es gibt immer eine Gelegenheit nach Wolfshain zu kommen.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gemeinde-tschernitz.de