Neiße-Malxetal
OT Groß Kölzig
Groß Kölzig blickt auf eine über 600-jährige Geschichte zurück. „Kolcig“ wurde erstmals 1346 urkundlich erwähnt. Die historische Dorfform, sorbisch/wendische Flurnamen und Ortsbezeichnungen weisen darauf hin, dass der Ort bereits lange vor seiner Ersterwähnung als Runddorf angelegt wurde. Diese Siedlungsform ist heute noch am Dorfplatz, dem ursprünglichen Ortskern, gut erkennbar. Mitten auf dem Dorfplatz, gegenüber der Heimatstube, steht eine fast 500 Jahre alte Prangerlinde. Durch ihre einzigartige krumme Form fällt sie sofort ins Auge. Ein Wahrzeichen ist die denkmalgeschüzte Sankt Marienkirche, die vermutlich im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Anbauten stammen aus dem 17./18. Jahrhundert. Kulturelle Höhepunkte wie das Eröffnungskonzert des alljährlichen Dorffestes und Auftritte des Posaunenchors der Partnergemeinde Hilgen-Neuenhaus finden hier statt.
OT Jerischke
Die Ersterwähnung von Zelz datiert auf das Jahr 1513. Durch die im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges bedingte Neuziehung der Grenze zu Polen wurde der Ort getrennt. Der Hauptteil von Zelz liegt als „Siedlec“ jenseits der Neiße. An dieser Stelle ist nach nunmehr mehr als 60 Jahren die "Neißetalbrücke" im Jahr 2008 errichtet worden, die neue Möglichkeiten der touristischen Erschließung auch in den polnischen Teil des Muskauer Faltenbogens eröffnet.
Bereits im Jahre 1492 wurde Bahren urkundlich erwähnt, Der Ort war ursprünglich ein Bibersteinisches Vasallengut. Eine Ritterburg soll es auch gegeben haben. Bis heute ist die Siedlungsform eines slawischen Fischerdorfes (sog. „Zeilendorf“) erhalten.
OT Jocksdorf
Den Aufzeichnungen zufolge wurde Jocksdorf um 1487 ersterwähnt, dürfte jedoch viel älter sein. Nach Funden aus der jüngsten Stein- und Bronzezeit war die Gegend schon relativ früh besiedelt. Jocksdorf war ein Vasallengut des Adelshauses von Bieberstein, später gehörte es dem Adelshaus von Kracht. Von seiner Struktur her ist der in landschaftlich idyllischer Umgebung gelegene Ort ein Straßendorf, am Waldrand und am Lauf der Malxe gelegen. Ein Denkmal erinnert an im 2. Weltkrieg gefallene Soldaten der Roten Armee.
OT Klein Kölzig
Die nach der Auskohlung entstandenen Restlöcher der Grube Franz mit Stolleneinbrüchen verändern sich stetig. Dadurch steigen auch die Wasserstände in den Grubenseen und es kommt zum großflächigen Absterben der umliegenden Bäume.
Das einstige Gutshaus - ein zweigeschossiger verputzter Backsteinbau, erbaut im 17./18. Jahrhundert, 1812 abgebrannt und zwei Jahre später wieder aufgebaut, beherbergt heute u. a. die Heimatstube und den Karnevalsclub. In der Heimatstube kann sich der Besucher über die wechselvolle Geschichte von Klein Kölzig informieren. In der Ausstellung werden die typische dörfliche Hauswirtschaft, das Handwerk, das Schulwesen und das Vereinsleben dargestellt. Informationen über den Braunkohleabbau und die Ziegelherstellung in der Alten Ziegelei runden das Bild ab. Neben dem Gutshaus befindet sich ein kleiner Park, wo u. a. das Dorffest stattfindet.
Bunt und laut wird es zur fünften Jahreszeit, dann ziehen die Narren durch das Dorf. Traditionell finden die Veranstaltungen des Karnevalsvereins und die Auftritte des Klein Kölziger Männerballetts in der Gaststätte „Zu den deutschen Eichen“ statt.
OT Preschen
Zu Preschen gehören die Gemeindeteile Raden (seit 1939) und Gosda II (seit 1973). Von Döbern kommend erreicht man zuerst Gosda – hier ist das anlässlich des 75. Gründungsjubiläums der Wehr eingeweihte Feuerwehrmuseum im Gerätehaus sehenswert - und dann Preschen. An der Wegstrecke befindet sich ein Gedenkstein, der an den gefallenen Schriftsteller Hermann Löns erinnert. Das Gebiet um Preschen ist durch eine mannigfaltige Pflanzenwelt geprägt. Umfangreiche Flächen wurden unter Naturschutz gestellt, um Fauna und Flora zu erhalten. Beispielhaft genannt sei das Naturschutzgebiet „Preschener Mühlbusch“ mit seinen eisenhaltigen Quellen und zahlreichen Vogel- und Wildarten - ein beliebtes Wanderziel. Regelmäßig großen Besucheransturm erlebt die Gegend in der Pilzsaison.
Wanderwege führen nach Raden mit dem interessanten Naturdenkmal „Radener Berge“ und dem ältesten Wohnhaus der Gegend, dem „Felsenkeller“. Eine am Haus sichtbare Jahreszahl weist auf das wahrscheinliche Baujahr 1440 hin. Dieser Findlingsbau, in dessen Nähe noch ein alter Backofen zu betrachten ist, war bis vor einigen Jahren eine beliebte Gaststätte.
Seit dem 16. Dezember 1991 existiert der als Familienbetrieb geführte Agrarbauernhof Kaltschmidt Auf 1.000 ha Fläche werden überwiegend Getreide, Hülsenfrüchte, Ackerfutter/Silomais und Ackergras, aber auch Spargel angebaut. Tierzucht und Frischfleischvermarktung runden die Produktionspalette ab.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.neisse-malxetal.de