Neiße-Malxetal



Aus den Ortsteilen Groß Kölzig, Jerischke, Jocksdorf, Klein Kölzig und Preschen setzt sich die Gemeinde Neiße-Malxetal zusammen. 

OT Groß Kölzig

Groß Kölzig blickt auf eine über 600-jährige Geschichte zurück. „Kolcig“ wurde erstmals 1346 urkundlich erwähnt. Die historische Dorfform, sorbisch/wendische Flurnamen und Ortsbezeichnungen weisen darauf hin, dass der Ort bereits lange vor seiner Ersterwähnung als Runddorf angelegt wurde. Diese Siedlungsform ist heute noch am Dorfplatz, dem ursprünglichen Ortskern, gut erkennbar. Mitten auf dem Dorfplatz, gegenüber der Heimatstube, steht eine fast 500 Jahre alte Prangerlinde. Durch ihre einzigartige krumme Form fällt sie sofort ins Auge. Ein Wahrzeichen ist die denkmalgeschüzte Sankt Marienkirche, die vermutlich im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Anbauten stammen aus dem 17./18. Jahrhundert. Kulturelle Höhepunkte wie das Eröffnungskonzert des alljährlichen Dorffestes und Auftritte des Posaunenchors der Partnergemeinde Hilgen-Neuenhaus finden hier statt.

Geschichtliches, Aktuelles und Kulturelles kann man in der Heimatstube und in der Kirche finden. Die Ausstellung in der Heimatstube vermittelt Einblicke in die Groß Kölziger Schulgeschichte. In weiteren Bereichen wird die Entwicklung der Landwirtschaft, des Bergbaus und der Glasindustrie dargestellt.

Mit Inbetriebnahme der Grube Conrad im Jahre 1860 verlor die über Jahrhunderte Struktur bestimmende Landwirtschaft an Bedeutung. Fast 100 Jahre, bis Ende 1959, wurde in Groß Kölzig Braunkohle, vor allem im Tiefbau, gefördert und seit der Jahrhundertwende auch zu Briketts verarbeitet. Der Bergbau und die entstehenden Industrieunternehmen prägten vor allem in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts das rege wirtschaftliche Leben.

Das ehemalige Freibad wurde 2006 aufwändig zu einem Naturschwimmbad umgebaut, welches vom "Malxeclub" bewirtschaftet wird. Im Sportlerheim wird regelmäßig Vereins-Kegelsport betrieben. Stolz ist die Gemeinde auf den Erhalt der Schule, die in freier Trägerschaft  als evangelische Grundschule betrieben wird.

Im Ort wird ein intensives dörfliches Leben gepflegt, zu dem zahlreiche Traditionsveranstaltungen gehören. Auch das Dorffest zieht alljährlich viele Besucher an. Freizeitgestaltungsmöglichkeiten werden durch zahlreiche Vereine wie Feuerwehr, TSV, Hundesportverein und Anglerverein angeboten. Zwei Reiterhöfe bieten Möglichkeiten der Freizeitbetätigung zu Pferd. Im Bruchmühlengelände – Landschaftsschutzgebiet und beliebtes Ausflugsziel zu- gleich - kann geangelt werden.


OT Jerischke

Jerischke mit seinen Gemeindeteilen Teichhäuser, Pusack, Zelz und Bahren ist flächenmäßig der größte Ort im Amtsgebiet mit territorialen Grenzen im Süden zum Freistaat Sachsen, im Osten an die Republik Polen und im Norden  an die Stadt Forst. Im Jahre 1532 wurde Jerischke als Jerischkow erstmals urkundlich erwähnt. Es war ursprünglich ein Vasallengut der Herrschaft Forst-Pförten. Noch bis 1928 wurde der Ort in Dorf und Rittergut unterteilt. Sehenswert ist das Gutshaus aus dem 18. Jahrhundert mit angrenzendem Park.

Die Ersterwähnung von Zelz datiert auf das Jahr 1513. Durch die im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges bedingte Neuziehung der Grenze zu Polen wurde der Ort getrennt. Der Hauptteil von Zelz liegt als „Siedlec“ jenseits der Neiße. An dieser Stelle ist nach nunmehr mehr als 60 Jahren die "Neißetalbrücke" im Jahr 2008 errichtet worden, die neue Möglichkeiten der touristischen Erschließung auch in den polnischen Teil des Muskauer Faltenbogens eröffnet.

Bereits im Jahre 1492 wurde Bahren urkundlich erwähnt, Der Ort war ursprünglich ein Bibersteinisches Vasallengut. Eine Ritterburg soll es auch gegeben haben. Bis heute ist die Siedlungsform eines slawischen Fischerdorfes (sog. „Zeilendorf“) erhalten.

Allen  Ortsteilen ist eines gemeinsam: Die Zugehörigkeit zu einer der landschaftlich schönsten Gegenden des gesamten Amtsgebietes. Naturschutzgebiete mit ausgedehnten Vorkommen an Fichten, Weißtannen, Rotbuchen, Erlen, Eichen, Eschen, Stieleichen-Hainbuchenwald u.a. sowie viele Flächennaturdenkmale kennzeichnen das Gebiet, dessen Einzigartigkeit durch die   letzte große Eiszeit geprägt wurde. Ein Besuch des 2004 eröffneten Informationszentrums „Muskauer Faltenbogen“ vermittelt mehr Informationen zu diesem Thema. Es befindet sich auf dem Gelände des überregional bekannten Landschulheimes. Mit dem Rad die Neiße entlang, als Wanderer auf den Lissberg (154 m über NN) oder durch die Wolfsschlucht (153 m unter NN), Rast auf einem Ziegenhof oder auch eine exklusive Kutschfahrt auf dem Fürst-Pückler-Kutschweg, all das bietet Jerischke seinen Besuchern.


OT Jocksdorf

Den Aufzeichnungen zufolge wurde Jocksdorf um 1487 ersterwähnt, dürfte jedoch viel älter sein. Nach Funden aus der jüngsten Stein- und Bronzezeit war die Gegend schon relativ früh besiedelt. Jocksdorf war ein Vasallengut des Adelshauses von Bieberstein, später gehörte es dem Adelshaus von Kracht. Von seiner Struktur her ist der in landschaftlich idyllischer Umgebung gelegene Ort ein Straßendorf, am Waldrand und am Lauf der Malxe gelegen. Ein Denkmal erinnert an im 2. Weltkrieg gefallene Soldaten der Roten Armee.


Auf dem Weg in Richtung Groß Schacksdorf kommt der Besucher am Affengehege und Dschungelimbiss der Familie Mai vorbei. Hier sind seit 1990 Affen, Agutis, Land- und Sumpfschildkröten, ein sprechender Beo, aber auch Goldfasane, Meerschweinchen, Wellensittiche und Goldfische zu Hause. Viele der hier lebenden Affen haben in Jocksdorf das Licht der Welt erblickt.


OT Klein Kölzig

Klein Kölzig, ein typisches Straßendorf mit gut erhaltener Dorfstruktur, wurde erstmals um 1487 erwähnt. Über Jahrhunderte war die Landwirtschaft prägend. Am Rande des Muskauer Faltenbogens gelegen, ist die Entwicklung des Ortes eng mit einer über 70-jährigen Bergbaugeschichte verbunden. Neben Braunkohle wurde in der Vergangenheit auch Ton abgebaut. Wegen des erhöhten Bedarfs an Ziegeln infolge zunehmender Industrialisierung entstanden aus kleinen Feldziegeleien große Dampfziegeleien. Die Klein Kölziger Ziegelei war von 1892/94 bis 1960 in Betrieb. Bei der Sanierung im Jahre 2006 wurden zum Teil alte geborgene Ziegel und neue Ziegel im markanten Gelbton verwendet. Ebenso wurden einige alte Balken im Fachwerk durch neue ersetzt. Im Inneren befindet sich ein alter Ringbrandofen. Auf dem umliegenden Gelände sind alte Transportwagen und eine Tongrubenbahn zu sehen, die von einem Anwohner herangeschafft und liebevoll platziert wurden.

Die nach der Auskohlung entstandenen Restlöcher der Grube Franz mit Stolleneinbrüchen verändern sich stetig. Dadurch steigen auch die Wasserstände in den Grubenseen und es kommt zum großflächigen Absterben der umliegenden Bäume.

Das einstige Gutshaus - ein zweigeschossiger verputzter Backsteinbau, erbaut im 17./18. Jahrhundert, 1812 abgebrannt und zwei Jahre später wieder aufgebaut, beherbergt heute u. a. die Heimatstube und den Karnevalsclub. In der Heimatstube kann sich der Besucher über die wechselvolle Geschichte von Klein Kölzig informieren. In der Ausstellung werden die typische dörfliche Hauswirtschaft, das Handwerk, das Schulwesen und das Vereinsleben dargestellt. Informationen über den Braunkohleabbau und die Ziegelherstellung in der Alten Ziegelei runden das Bild ab. Neben dem Gutshaus befindet sich ein kleiner Park, wo u. a. das Dorffest stattfindet.

Bunt und laut wird es zur fünften Jahreszeit, dann ziehen die Narren durch das Dorf. Traditionell finden die Veranstaltungen des Karnevalsvereins und die Auftritte des Klein Kölziger Männerballetts in der Gaststätte „Zu den deutschen Eichen“ statt.


OT Preschen


Zu Preschen gehören die Gemeindeteile Raden (seit 1939) und Gosda II (seit 1973). Von Döbern kommend erreicht man zuerst Gosda – hier ist das anlässlich des 75. Gründungsjubiläums der Wehr eingeweihte Feuerwehrmuseum im Gerätehaus sehenswert - und dann Preschen. An der Wegstrecke befindet sich ein Gedenkstein, der an den gefallenen Schriftsteller Hermann Löns erinnert. Das Gebiet um Preschen ist durch eine mannigfaltige Pflanzenwelt geprägt. Umfangreiche Flächen wurden unter Naturschutz gestellt, um Fauna und Flora zu erhalten. Beispielhaft genannt sei das Naturschutzgebiet „Preschener Mühlbusch“ mit seinen eisenhaltigen Quellen und zahlreichen Vogel- und Wildarten - ein beliebtes Wanderziel. Regelmäßig großen Besucheransturm erlebt die Gegend in der Pilzsaison.

Wanderwege führen nach Raden mit dem interessanten  Naturdenkmal „Radener Berge“ und dem ältesten Wohnhaus der Gegend, dem „Felsenkeller“. Eine am Haus sichtbare Jahreszahl weist auf das wahrscheinliche Baujahr 1440 hin. Dieser Findlingsbau, in dessen Nähe noch ein alter Backofen zu betrachten ist, war bis vor einigen Jahren eine beliebte Gaststätte.

Seit dem 16. Dezember 1991 existiert der als Familienbetrieb geführte Agrarbauernhof Kaltschmidt Auf 1.000 ha Fläche werden überwiegend Getreide, Hülsenfrüchte, Ackerfutter/Silomais und Ackergras, aber auch Spargel angebaut. Tierzucht und Frischfleischvermarktung runden die Produktionspalette ab.


Weitere Informationen erhalten Sie unter www.neisse-malxetal.de