Groß Schacksdorf-Simmersdorf



OT Groß Schacksdorf

 

Groß Schacksdorf wurde 1346 in der Meißner Stiftsmatrikel erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort ist umgeben von über 20 Teichen, die eine Gesamtfläche von ca. 120 ha überdecken. Aufgeteilt werden diese in zwei Gruppen, zum einen die Großteichgruppe und zum anderen die Lissitzenteichgruppe in Richtung Autobahn. Gespeist werden die zahlreichen Teiche aus den Quellgebieten von Preschen.

In Groß Schacksdorf und im GT Waldsiedlung wohnen ca. 800 Einwohner. In der Umgebung des Ortes hat sich eine reichhaltige Tierwelt angesiedelt. So sind Fischotter, Fischreiher, Eisvogel, Weiherarten, Milan, Habicht sowie durchziehende Fisch- und Seeadler keine Seltenheit.


Die Groß Schacksdorfer Kirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Während des dreißigjährigen Krieges wurde sie erstmals zerstört und wegen Geldmangels nur notdürftig repariert. Von 1719 - 1721 baute man sie auf den alten Grundmauern neu auf. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Kirche ein weiteres Mal teilweise zerstört. Im Jahre 1953 wurde das Kirchenschiff neu eingedeckt und die Turmspitze sowie das Gestühl erneuert. Von 1982 – 1989 wurde die zwischenzeitlich baufällige Kirche in Gemeinschaftsarbeit und mit großem Aufwand wieder hergerichtet.

Den Mittelpunkt des Dorfes bildet das im 18. Jahrhundert erbaute Schloss, ein zweigeschossiger Putzbau mit einem hohen Kellergeschoss, Walmdach und korbbogig geschlossenen Fenstern. Sehenswert sind die Stuckrahmendecken im Inneren. Heute befindet sich das Gebäude in Privatbesitz. Gegenüber dem Schloss steht ein Raubrittertor mit drei Rittertrophäen, es ist eine Kopie des in Klinge befindlichen Originals.

Die Freiwillige Feuerwehr, 1927 gegründet, beteiligt sich aktiv an der Gestaltung der Dorffeste, sowie an der Ausrichtung von Wettkämpfen. Sie ist aus dem dörflichen Leben nicht wegzudenken. Zu den weiteren das dörfliche Gemeinschaftsleben tragenden Vereinen zählen der TSV Groß Schacksdorf, der Traditionsverein und die Forstbetriebsgemeinschaft.

In einem im Jahre 1903 bis 1905 erbauten roten Backsteingebäude, das von 1905 bis 1951 als Schulgebäude diente, befindet sich die Heimatstube. Hier ist Wissenswertes über Groß Schacksdorf in einer wechselnden Ausstellung zu erfahren. Gegenüber der Heimatstube steht der Gedenkstein des Illustrators und Porträtmalers Friedrich Paul Thumann. Ebenso sehenswert ist das Denkmal „Zum Toten Mann“, an dieser Stelle wurde der Überlieferung zufolge ein Soldat von einem Blitz getroffen und getötet. Leider wurde es vor einigen Jahren von Unbekannten entwendet und später Nahe Gosda II stark beschädigt wieder aufgefunden.

Auch für Naturbegeisterte bietet Groß Schacksdorf so einiges. Über ein gut ausgebautes Netz von Wander- und Radwegen kann man zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Pferd die Ruhe und Abgeschiedenheit auf sich wirken lassen.

Alljährliche Höhepunkte sind die Dorf- und Straßenfeste, die Fastnachtsfeiern, das Osterfeuer, die Kirmes und die Wettkämpfe der Feuerwehren.



OT Simmersdorf

Simmersdorf liegt an der B 115 zwischen Döbern und Forst, ca. 1 km von Groß Schacksdorf entfernt.  Der Ort unterteilt sich in die Gemeindeteile Dorf und Siedlung, direkt vor den Toren von Forst. Um 1510 wurde Simmersdorf erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist vom slawischen (sorbischen) Namen Zivomir abgeleitet, wahrscheinlich ein sorbischer Personenname, dessen Herkunft nicht genauer bestimmt werden kann.

In der Simmersdorfer Siedlung befand sich der größte Teil der industriellen Anlagen. Firmen wie die nun nicht mehr genutzte Ziegelei, nahmen in früheren Jahren eine rasche Entwicklung. Der an der Bundesstraße gelegene Teich ist heute noch ein stiller Zeuge jener Zeit, als in Simmersdorf noch Lehmziegel hergestellt wurden.

Die gute Verkehrslage, und die unmittelbare Nähe zur Autobahn A 15 machen Simmersdorf als Industriestandort für Firmen interessant. Weitere Gewerbeansiedlungen befinden sich heute auf dem früheren LPG-Gelände.

Der Schätzung nach war das Simmersdorfer Gutshaus 150 Jahre alt, bis es im Jahre 2001 wegen Leerstands und Baufälligkeit abgerissen wurde. Bis 1945 war das Gut bewirtschaftet, später die erste Schule darin untergebracht. Von der 1. bis zur 8. Klasse wurden darin die Schulkinder aus Groß Schacksdorf, Simmersdorf, Jocksdorf und Smarso unterrichtet. Das Gutshaus war ein so genannter Flachbau mit zwei Etagen. Bereits vor 1835 bestand in Simmersdorf, zum Schloss gehörend, eine Getreidemühle. Sie wurde unter Nutzung der Wasserkraft der Malxe betrieben. 1834 wird die Mühle in der Rezessvereinbarung als Erbmühle geführt. Mit der Gründung der ersten LPG am 13. März 1954 wurde der Grundstein für die Modernisierung der Landwirtschaft gelegt.

Harmonien entstehen in Simmersdorf zwischen alt und neu. So kamen in den vergangenen 15 Jahren zu den alten Bauerngehöften zahlreiche neue Einfamilienhäuser hinzu, die sich gut ins Landschaftsbild einfügen. Im Ort gibt es ein kleines Lebensmittelgeschäft und eine Gaststätte.