Freizeittipps
Vor zirka 450.000 Jahren während der Elster-Eiszeit war Mitteleuropa von einer riesigen Inlandeismasse bedeckt. An ihrem Südrand brach eine Eiszunge von etwa 20 Kilometern Länge sowie Breite und einer Mächtigkeit von 400 bis 500 Metern hervor, der Muskauer Gletscher. Durch seine gewaltige Last verformte er großräumig die unter ihm liegenden Lockergesteinsschichten bis in eine Tiefe von zirka 300 Meter und stauchte sie vor sich auf. Heute ist der mit diesem Namen seit 1928 gebräuchliche "Muskauer Faltenbogen" eine charakteristische, durch die geologischen Besonderheiten bedingte Bergbaufolge- und Kulturlandschaft, die ihre wesentliche Prägung in der etwa 130 Jahre währenden standort- und rohstoffgebundenen Industrieentwicklung zwischen 1840 und 1970 erfahren hat. Seine Entstehung ist im Informationszentrum „Muskauer Faltenbogen“ Jerischke anschaulich dokumentiert. Die Monumente früherer Zeit haben heute keine wirtschaftliche Bedeutung mehr. Sie werden aber der Nachwelt in vielfältiger Form erhalten, um Geschichte hautnah erleben zu können.
Sehenswertes im Amt und seinen Gemeinden
Die Glasmacherstadt Döbern und die Gemeinden des Amtes Döbern-Land prägen das wirtschaftliche und kulturelle Gesicht der Region. Über 272 Quadratkilometer erstreckt sich das touristisch spannende Gebiet zwischen Bad Muskau und Forst. Viele Industriedenkmale erinnern an die Zeit des Bergbaus und der Kohle sowie an die Glasherstellung seit 1840. Schon 1843 wurde hier die erste Braunkohlengrube der Niederlausitz eröffnet. Auf einem Netz von zirka 240 Kilometer Radwanderwegen kann der Besucher mit dem Rad oder auch zu Fuß die landschaftlichen Reize entdecken. Vor allem die thematischen Touren bieten hierzu viele Möglichkeiten.
Industriedenkmale und museale Einrichtungen
Vor über 100 Jahren boomte in der Region um Döbern die Industrie. Hier wurde nicht nur Kohle gefördert, sondern von hier kam auch das in der Bauindustrie benötigte Fensterglas. Gemeinsam mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst Pückler Land wird ein Betreiberkonzept für die an der Außenhaut bereits aufwändig sanierte Ziegelei Klein Kölzig erarbeitet. Eine Besichtigung von außen lohnt sich schon jetzt.
Der Besucher hat die Möglichkeit, die historische Entwicklung der Region in unterschiedlich thematisierten Präsentationen zahlreicher Heimatstuben zu erleben, von denen die Groß Kölziger Heimatstube wegen der Dokumentation der industriellen Entwicklung besonders hervorhebenswert ist. In Bloischdorf wurde eine Gutsscheune aus dem 19. Jahrhundert aufwändig zu einer Museumsscheune umgebaut, in der ständig wechselnde Ausstellungen und zunehmend auch kulturelle Veranstaltungen unterschiedlicher Genres stattfinden. Der auf den Schriftsteller Erwin Strittmatter zurückgehende „Laden“ in Bohsdorf steht dem Besucher täglich offen. Räumliche und inhaltliche Erweiterungen sind geplant.
Parks, Gutshäuser und Kirchen
Entlang der Radwege lassen sich viele interessante Entdeckungen machen. Eine der attraktivsten Parkanlagen ist in Reuthen zu finden. Ein Schlossteich sowie eine Kirchruine lockern den 38 Hektar großen Landschaftspark auf. Weitere Parkanlagen befinden sich in Gahry, Hornow, Klein Kölzig, Klein Loitz und Trebendorf. Zahlreiche Gutshäuser und Schlösser sind im Amtsgebiet zu entdecken. Leider sind nicht mehr alle Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich, dennoch dokumentieren sie vergangene Lebenstraditionen und sind ein bleibendes geschichtliches Dokument. Eines der schönsten Schlösser – originalgetreu saniert – steht in Gahry. Historisch reizvoll sind die elf Kirchen im Amt Döbern-Land, sehenswert insbesondere die Feldsteinkirchen in Eichwege, Bloischdorf und Hornow sowie die mittelalterlichen Dorfkirchen in Groß Kölzig und Preschen. Ein „Muss“ ist der 36 Meter hohe Aussichtsturm am Felixsee südlich von Bohsdorf. Von seiner obersten Plattform hat man einen reizvollen Ausblick über den gesamten bewaldeten Muskauer Faltenbogen. 4,3 Prozent der Gesamtfläche des Amtes sind als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen und dienen als Lebensraum für teilweise seltene Tier- und Pflanzenarten. Sehenswert sind u.a. die Wolfsschlucht bei Jerischke, das Reuthener Moor, die Fasanerie in Bohsdorf, der Preschener Mühlbusch sowie der Zschornoer Wald.
Freizeitangebote
Eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung ist im gesamten Amtsgebiet möglich. Erholung und Urlaubsspaß wird am Eichweger Badesee mit Campingplatz, am Lohnteich in Tschernitz, am Felixsee in Bohsdorf und im neu entstandenen Naturbad in Groß Kölzig geboten. Interessant sind die Teichgruppen um Groß Schacksdorf, der Luisensee in Klein Kölzig, der Groß Kölziger Bruch sowie der „Klinger See“. Aus diesem ehemaligen Tagebaurestloch wird in Zukunft ein Naherholungsgebiet mit Bademöglichkeit entstehen.